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MGV 1882 Oberndorf-Rüppers-hausen e.V.
Einleitung zur Chorgeschichte Mit der nachfolgenden Chronik des MGV Oberndorf-Rüppershausen möchten wir keinen Anspruch auf Vollständigkeit unserer Aufzeichnungen erheben.
Die Schilderung unseres Vereinslebens um die Jahrhundertwende und über die Zeiten vor und nach dem ersten Weltkrieg basieren zum Teil auf sorgfältig aufgeführten Aufzeichnungen, aber auch auf mündlichen Überlieferungen. Mit diesem Überblick möchte der Chor all denen, die sich um den Verein verdient gemacht hatten und sich auch noch heute für diesen einsetzen, recht herzlichen Dank sagen.
Auszug aus der Vereinschronik „Die Anfänge im „Germania“ Oberndorf“ Im September 1882 kamen 16 Männer zusammen und gründeten auf Anregung des Volksschullehrers Ernst Reuter einen Männergesangverein. Man gab ihm den Namen „Germania“ Oberndorf. Damit war der erste Kulturträger in Form eines Gesangvereins in der damals nur 150 Seelen zählenden Gemeinde gegründet.
Die Sangesbrüder (Bauern, Arbeiter und Handwerker) kamen regelmäßig zu den angesetzten Übungsstunden. Verstärkt wurde der Chor von sangesfreudigen Bürgern aus den damals noch kleinen Nachbarorten, die sich in den folgenden Jahren dem neu gegründeten Verein an- schlossen.
Trotz der harten und sehr langen Arbeit war eine Gemeinschaft entstanden, die sich nach einem späten Feierabend zusammenfand, um verschiedenen Lieder und Chor- werke zu proben. Im Jahr 1901 fand die Weihe der neu ange- schafften Fahne statt.
Von Sponsoren und großzügigen Spendern ist in den vorhandenen Unterlagen nichts zu lesen gewesen. Die Vermutung liegt nahe, dass man nach jahrelangem Sparen (fast 20 Jahre) den Tag der Fahnenweihe herbeigesehnt hat.
Aus den Aufzeichnungen geht hervor, mit welcher Sparsamkeit gewirtschaftet wurde. Interessant ist dabei die Tatsache, mit welcher Genauigkeit die jährlichen Ein- und Ausgaben aufgelistet wurden. Hier ein paar Zahlen aus den Jahren 1913 und 1914: In den Kassenbüchern wird ein Kassen- bestand von 101 Mark und 16 Pfennigen sowie 76,20 Mark belegt. Dieser Geldbetrag wurde in die verhängnisvollen Kriegsjahre mitgenommen.
Erst nach 8 langen Jahren konnte der Verein wieder auf diese Gelder zurückgreifen. Die Folgeerscheinungen des ersten Weltkrieges und die daraus resultieren großen Lücken in den Reihen der Sänger waren in den ersten Jahren nicht wieder zu schließen. 1922 fanden sich dann unter dem Dirigenten Flor (Lehrer) genügend Sänger, um die Tätigkeit wieder aufleben zu lassen.
Mit dem Ausbruch des 2. Weltkrieges kam das „Aus“ für all die Mühen, die nach dem 1. Weltkrieg unternommen wurden. Im Jahr 1946 kamen einige unermüdliche Sänger wieder einmal zusammen um den Grundstein für den Gesang in Oberndorf zu legen. Nur ein Jahr später begann unter der Leitung von Wilhelm Klein ein neuer Start. Im Jahr 1967 wurde zum 85-jährigen Jubiläum ein Festzelt auf dem Festplatz aufgestellt. Der Festzug wurde von der Blaskapelle Wallau und dem Spiel- mannszug Feudingen verschönt.
Das Ausscheiden des Chorleiters Otto Weyand im April 1971 war ein großes Problem. Nach großen Bemühungen und einer mehrwöchigen Pause erklärte sich Wilhelm Klein aus Feudingen wieder bereit, vorübergehend die Probenarbeit zu übernehmen.
Auszug aus der Vereinschronik „Die Anfänge im „Gloria“ Rüppershausen“ Am 7.1.1951 trafen sich sangesfreudige Männer im Gasthaus „Zum kühlen Grund“ um einen Männergesangverein zu gründen. Die Gründungsmitglieder kamen aus den benachbarten Ortschaften Rüppershausen, Amtshausen, und Steinbach. Das Fehlen eines Gesangvereins wurde hier besonders stark empfunden, da in den entlegenen Ortschaften nur selten eine Veranstaltung aufgezogen wurde. Eine gewisse Abwechslung im arbeitsreichen Leben der bäuerlichen Bevölkerung fehlte den Menschen.
Nachdem sich der MGV „Gloria“ gegründet hatte, musste ein Vorstand gewählt werden. Zum 1. Vorsitzenden wurde Heinz Müller gewählt. Als Chorleiter konnte Wilhelm Klein gewonnen werden. Das notwendige Notenmaterial konnte aus Spenden zusammen getragen werden, so dass der Verein schon bald über eine Sammlung von 21 Liedern verfügte.
Schon am Pfingstsonntag, den 13.5.1951 trat der Verein mit 36 Sängern zum Wettsingen in der Volkshalle in Feudingen an und erreichte eine sehr gute Bewertung. Wenn man bedenkt, dass der Verein zu diesem Zeitpunkt erst 4 Monate bestand. Im gleichen Jahr wurden auch noch verschiedene Sängerfeste besucht.
Das erste Waldfest auf der alten Brache wurde am 9.9.1951 ausgerichtet. Die Anwesenden marschierten vom Gasthaus „Kühler Grund” zum Festplatz, der mit 300 Sitzplätzen versehen war. Nach gelungenen Gesangsdarbietungen des noch jungen Chores, klang der Abend im Gasthaus „Kühler Grund“ aus. Das Waldfest auf der alten Brache wurde nun jedes Jahr gefeiert und war nun das Volksfest für die hiesige Gegend.
Mit der Verpflichtung von Albrecht Sauer als Chorleiter nahm das Vereinsleben ab 1958 wieder Fahrt auf und das 10-jährige Vereinsbestehen wurde mit 14 anwesenden Vereinen auf dem Festplatz kräftig gefeiert.
Das Vereinsleben verlief in den kommenden Jahren eher ruhiger, auch weil in den Sommermonaten die Menschen weniger freie Zeit hatten (bedingt durch die Feldarbeit) Bei den Proben waren oft nur etwa 12 bis 14 Sänger anwesend. Nach langen Überlegungen der Vorstände wurden die beiden Gesangvereine aus Oberndorf und Rüppershausen in den „Kühlen Grund“ eingeladen. Bei dieser Zusammenkunft kam man zu der Einigung, einen gemeinsamen Chor zu bilden. Die beiden 1. Vorsitzenden bemühten sich auch sofort, einen neuen Chorleiter ausfindig zu machen.
Am 20. Jan. 1972 war es endlich wieder soweit. Die erste Chorprobe unter der Leitung von Günter Meier aus Erndtebrück und ca. 40 aktiven Sängern aus beiden Vereinen konnte stattfinden. Am 18.8.1973 konnte dann über eine gemeinsame Satzung abgestimmt werden. Die Chorgemeinschaft sollte unter dem Namen MGV Oberndorf-Rüppershausen weiter bestehen.
Durch das Können des Chorleiter Horst Göllner konnte eine wesentliche Leistungssteigerung verzeichnet werden. Im Jahr 1981 fand der Empfang eines Englischen Männerchores im Rahmen der Städtepartnerschaft Laasphe – Tamworth statt. Nach einem gemeinsamen Konzert und einigen Aktivitäten am Sonntagmorgen traf man sich zu einem gemütlichen Beisammensein auf der alten Brache.
Hervorzuheben ist der erste Gegenbesuch in Tamworth mit 70 Personen 1982. Bei einem Konzert wurden 22 Lieder zu Gehör gebracht. Im 2-jährigen Wechsel wurden dann jeweils die Gegenbesuche durchgeführt. Tragisch war für den Verein der Brand 1987 der Festhalle auf der alten Brache durch Brandstiftung. Dank zahlreicher Helfer (Verein der beiden Orte) sowie Sänger und Mitglieder konnte trotzdem 3 Wochen später das alljährliche Waldfest stattfinden. Im Okt. 1991 wurde die neue Halle eingeweiht.
In den folgenden Jahren wird von einem aktiven Vereinsleben berichtet. Ausflugsfahrten, Konzertreisen, Sängerwettstreite, Sängerfeste, Feier der 10-jährigen Städtepartnerschaft Laasphe-Tamworth in England.
Musikalisch wurde der Chor inzwischen von Jens Schreiber betreut. Nach den erfolgreichen Sängerwettstreiten entschloss man sich, den Titel Meisterchor in NRW anzupeilen. 1997 wurde dem MGV in Attendorn der Titel verliehen.
In diesem Jahr fand auch die 2. mehrtägige Konzertreise nach Riga statt. Im Jahr 2002 zum 100-jährigen Jubiläum machte sich der MGV mit der erfolgreichen Teilnahme zum Meisterchorsingen selbst ein Geburtstagsgeschenk und erreichte zum 2. Mal den Titel Meisterchor. Den Titel Meisterchor konnte zum 3. Mal 2007 erfolgreich verteidigt werden, diesmal stand der Chor unter der Leitung von Ute Lingerhand-Hindsches. Unter der neuen Chorleiterin wurden die Vereinsaktivitäten erfolgreich weiter geführt.
Die Sänger aus Oberndorf, Rüppershausen und Umgebung waren neuen Ideen gegenüber immer aufgeschlossen. Inzwischen wird der Chor musikalisch von M. Merzhäuser betreut. Viele junge Sänger sind jetzt in unseren Reihen und geben dem Chor musikalisch ein modernes Gepräge, wobei die traditionelle Chormusik nicht in den Hintergrund tritt.
Durch den Zusammenschluss der beiden Gesangvereine aus Oberndorf und Rüppershausen 1972 ist ein sehr erfolgreicher Männerchor hervorgegangen und zwischen den Menschen beiden Ortschaften ist eine Verbundenheit und Freundschaft entstanden.
Die Sänger und Mitglieder des MGV gratulieren den beiden Ortschaften Oberndorf und Rüppershausen zum 650. Jubiläum im Jahr 2015 auf das Herzlichste.
MGV 1882 Oberndorf-Rüppershausen e.V.
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